Spendenaktion 2022 des Fördervereins „Freunde und Förderer des Prignitz-Museums e.V.“


In seiner diesjährigen Weihnachtsspendenaktion stellt der Verein der Freunde und Förderer des Prignitz-Museums eine alte Feuerwehrspritze aus den Sammlungen des Havelberger Prignitz-Museums vor.
Die Handdruckspritze tat einst ihren Dienst in der Havelberger Domgemeinde und ist Teil des Altbestandes des Museums. Sie wurde um das Jahr 1800 gebaut, zu einer Zeit, als für die Stadt Havelberg von der Königlich Preußischen „Churmärkschen Krieges- und Domainen-Cammer“ eine Feuerordnung herausgegeben wurde.

Ein organisierter Brandschutz, der dafür sorgte, dass jeder Bürger, jeder Stand und jedes Gewerk bei der Bekämpfung eines Feuers seine genau definierte Aufgabe hatte, war für eine Gemeinde lebensnotwendig. So regelte die Feuerordnung in 28 Paragraphen genau „welchergestalt ein entstehendes Feuer anzudeuten und kund zu machen“ sei und „was jeder bei Löschung
desselben thun und in Acht nehmen soll“, seien es nun Hauswirte, Knechte oder Fremde, Gespanne oder Pferde haltende Stadtbürger oder als „Eximirte“ bezeichnete Bürger mit besonderen Privilegien, seien es Magistratsmitglieder oder Kirchenvorsteher, Schornsteinfeger oder Nachtwächter, Maurer, Nagelschmiede oder Branntweinbrenner, jeder hatte seine Aufgabe. Allerdings gab es Ausnahmen: Zur „Feuerhülfe“ waren „keine unvermögenden Mägde, Jungen oder sonst unnützes Gesinde“ zu schicken.
Auch die Anschaffung und Bedienung „nöthiger Feuer-Instrumente und Geräthschaften“ wurde durch die Feuerordnung geregelt. Zu diesen
Gerätschaften gehörten neben ledernen Wassereimern, Wasserkufen, -zubern und -tonnen, Feuerleitern und -haken auch mehrere Feuerwehrspritzen mit dazu gehörenden ledernen und leinenen Schläuchen. Vieles davon befand sich im Havelberger Spritzenhaus, aber lederne Wassereimer und andere Wassergefäße, Leitern und kleinere hölzerne Handspritzen waren zusätzlich privat in jedem Haus vorzuhalten und zu warten. Die Feuerordnung regelte im Detail, welche Handwerksgesellen zu welchen Spritzen eingeteilt und anzuweisen seien. Zu weiteren „Druckleuten“ konnten alle Männer im Alter von 17 bis 35 ohne Unterschied des Standes oder Gewerkes bestimmt werden. Jede große Spritze wurde von einem „Commandeur“ befehligt.

Nach gelöschtem Feuer und „fleißig und treu“ getaner Arbeit war diesen „Druckleuten“ für jegliche große Spritze eine Tonne Bier auf Kosten der Stadtkasse auszugeben. Für weitere Tätigkeiten wie überhaupt für das Verhalten im Brandfall waren genau bezeichnete Belohnungen oder Strafen vorgesehen.
Ein beeindruckendes Zeugnis dieser Zeit ist die Handdruckspritze aus der Museumssammlung. Sie sieht aus wie ein großer Waschzuber, der ständig aus Wassereimern nachgefüllt werden musste. Vier Männer konnten damit durch ständiges Pumpen mit einem fast zweieinhalb Meter langen Schwengel über eine Mechanik mit zwei Kolben Wasserdruck aufbauen, so dass das Löschwasser über die Schläuche näher an die Brandherde herangebracht werden konnte. Sämtliche Männer eines Hauses zwischen 17 und 35 Jahren gehörten jeweils zu ihrer Spritze, die Spritzenbedienung wurde aber aus allen Teilen der Stadt rekrutiert, wobei auf die Unterstützung der „Bergbewohner insbesondere gerechnet werden muss“, aber auch auf die Hilfe von auswärtigen „Landleuten vom platten Lande“.
Mittlerweile braucht unsere Museumsspritze die Hand eines Fachmanns. Die einzelnen Fassdauben des Holzbottichs, die losen Fassreifen und die angerosteten Eisenbeschläge benötigen dringend der sachgemäßen Reinigung, Restaurierung und Konservierung.
Für diese Arbeiten bittet der Förderverein des Museums in diesem Jahr um Spenden.

Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!

Frohe Festtage wünscht Ihnen auch im Namen der Museumsmitarbeiter der Vorstand der „Freunde und Förderer des Prignitz-Museums e.V.“

Harald Wildhagen
Vorsitzender

Bankverbindung: Konto-Inhaber: Freunde und Förderer des Prignitz-Museums IBAN DE64 8105 0555 3080 0044 25 BIC  NOLADE21SDL Kontonummer: 3080004425   BLZ: 81050555 Kreissparkasse Stendal Verwendungszweck: Weihnachtsspende 2022