Kunstausstellung „Wir sind keine Engel“


Samstag 11.07. – Sonntag 27.09.2026
Malerei, Installation, Fotografie von Andrea Freiberg, Berlin und Nebra (Unstrut)

Ein Augenblick fächert sich kaleidoskopisch in zwölf Variationen auf – das Gleiche zwölf Mal anders. Andrea Freiberg lädt uns dazu ein, innezuhalten. Ihre Malerei verwandelt scheinbare Straßenszenen in magische Ereignisse des Sehens. Was sollen wir glauben, fragen wir uns, und schauen magnetisiert in die Augen des Mädchens im Engelkostüm. Zwölfmal vervielfältigt ringt die Illusion mit der Wahrheit und stellt die Realität auf den Prüfstand. Auch in der Zeitung geht es nicht engelhaft zu, und was auf der Straße liegen bleibt, ist nicht
aus den Wolken gefallen. Andrea Freiberg geht mit ihrer Malerei dazwischen, bewahrt und spielt mit der Hoffnung, dass mal einer vom Himmel fällt. Doch die Flügel sind nur angeklebt. Ist Rettung in Sicht, oder sind wir verloren?

Andrea Freiberg setzt sich mit den Sehweisen einer sich wandelnden Wirklichkeit auseinander. Die Erfahrung, dass die vertraute Welt plötzlich eine andere sein kann, hat sich ihr im Systemwechsel der 90er Jahre tief eingeprägt und ist ein Triebfaktor in ihrer Kunst. Sie sucht hinter der Realität die anderen, fiktiven Bilder und erforscht, wie diese sich bedingen und in den verschiedenen Medien verwirklichen. Im Prignitz-Museum zeigt die Mixed-Media-Künstlerin serielle Arbeiten. Zu sehen sind Malerei, Fotografien sowie inszenierte Objekte aus Fundstücken und Zeitungscollagen.

Andrea Freiberg wurde 1965 in Apolda geboren. Nach einer beruflichen Laufbahn als Erzieherin stieg sie aus dem Beruf aus und studierte Soziologie, Psychologie und Bildende Kunst an der Universität Siegen, sowie an der Kunstakademie in Gdańsk, wo sie sich mit dem urbanen Raum der polnischen Ostseestadt auseinandersetzte. Nach einem dreijährigen Arbeitsaufenthalt in Rom zog die Künstlerin nach Berlin und verlegte ihr Atelier nach Nebra an der Unstrut.

Website der Künstlerin

Künstlergespräch mit Performance
Sie haben die Möglichkeit, mit der Künstlerin Andrea Freiberg in den Dialog zu treten, wenn Sie sich auf eine Stippvisite  in ihrer Ausstellung WIR SIND KEINE ENGEL begeben. Sie erhalten Einblicke in ihre Arbeitsweise, ihre Ideen und Prozesse. Kommen Sie mit ihr am Samstag den 29. August um 15 Uhr ins Gespräch.

Der Titel ihrer Performance „We are immigrants” bezieht sich auf den Song „Immigrant” von Sade aus ihrem im Jahr 2000 erschienenen Album „Lovers Rock”. Der Liedtext beschreibt die Erfahrung dunkelhäutiger Einwanderer, abgelehnt zu werden und bei anderen Menschen Angst vor Berührungen auszulösen. Im Dialog mit der Künstlerin können Sie mit 901 tetraederförmigen Körnersäckchen interagieren. Dabei geht es um körperliche und soziale Erfahrungen im achtsamen Umgang mit sich selbst und anderen.


Eröffnung am Samstag, den 11. Juli
um 15.00 Uhr im Prignitz-Museum am Dom Havelberg (Domplatz 3, 39539 Havelberg)

Künstlergespräch mit Performance am Samstag, den 29. August
um 15 Uhr im Prignitz-Museum am Dom Havelberg (Domplatz 3, 39539 Havelberg)

Die Ausstellung ist bis zum 27. September 2026 täglich außer montags von 10 bis 17 Uhr zu besichtigen.