Abteilung Siedlungsgeschichte

Tasse mit Kreuzstichmuster aus der Jungsteinzeit

Die in die Keramik gestochenen und meist komplizierten Orna-
mente waren typisch für die Elb-Havel-Kultur, zu der die Tasse aus Molkenberg gehört.


Detail der Ringstabgürtelkette

Die Kette besteht aus 47 gegossenen Bronzeringen und wird
dem 2. Jh. v. Chr. zugeordnet.Sie besitzt 2 Haken mit stilisier-
ten Pferdeköpfen und eine verzierte massive Kugel mit Kettchen.
Die Kette ist keltischen Frauengürteln nachempfunden und gilt
als Meisterstück germanischen Bronzehandwerks. 


Geweihbehälter, ca. 1000 Jahre alt


kunstvoll gearbeiteter Halsring aus der Bronzezeit


Siedlungsgeschichte der Region an Havel und Elbe

Der Raum diente über Jahrhunderte als Kornspeicher des Klosters, später als Lagerraum. Die heutige Ausstellung dokumentiert in 11 Themen die Siedlungsgeschichte in Altmark, Prignitz und Land Jerichow von ihren Anfängen in der Steinzeit über die Kolonisation im Mittelalter bis zur Industrialisierung der Neuzeit.


Die ältesten eindeutigen Spuren von Jägern und Sammlern stammen aus der mittleren Steinzeit, die hier etwa 8000 v. Chr. einsetzte. Zahlreiche Funde aus der Bronze- und Eisenzeit bezeugen eine immer dichter werdende Besiedlung. In der zum nordischen Kulturbereich gehörenden Region bildeten sich Stämme der Langobarden und Semnonen, zum elbgermanischen Stamm der Sweben gehörig, heraus. In der Völkerwanderungszeit im 4./5. Jh. n.Chr. zogen sie nach Süden und wurden unter anderem an Main und Donau ansässig. Slawen siedelten sich im Land an Elbe und Havel an. Die Grenze zwischen Slawen und westlich lebenden Sachsen bildete hauptsächlich die Elbe.
Deutsche Herrscher bemühten sich rund 400 Jahre das slawische Gebiet östlich der Elbe zu erobern. Für die Christianisierung der Slawen wurden Bistümer gegründet. Endgültig erobert war das Gebiet erst mit einem Kreuzzug gegen die Slawen im Jahre 1147.
Anschließend setzte der mittelalterliche Landesausbau, verbunden mit Wanderungen von Siedlern nach Osten ein. In das bis dahin dünn besiedelte Slawengebiet kamen vor allem Flamen, Holländer, Friesen und Rheinländer. Sie gründeten Dörfer und Städte, bauten Deiche, entwässerten Sümpfe, rodeten Wälder und machten das Land fruchtbar. Die meisten Städte entwickelten sich neben bestehenden Burgen als Kaufmanns- und Gewerbesiedlungen und unterhielten Beziehungen zur Hanse.
Klimatische Verschlechterungen und damit einhergehende Missernten, Hungersnöte und Seuchen machten sich ab dem 14. Jh. immer mehr bemerkbar. Durch den Dreißigjährigen Krieg verödeten weite Landstriche. Etwa die Hälfte der bis um 1300 gegründeten Orte wurde verlassen und wüst. Um die  entvölkerte Regionen wieder zu beleben, wurden erneut Siedler angeworben.
Die Zeit der Industrialisierung verlief in der Region eher bescheiden. Typisch waren Nahrungs- und Textilbetriebe, Sägewerke, Ziegeleien, Werften, Maschinen- und Konservenfabriken. Nur wenige Städte entwickelten sich zu mittleren Wirtschaftsstandorten. Wichtigste Transportwege unserer Region waren über Jahrhunderte die schiffbaren Flüsse Elbe und Havel. Mitte des 19. Jh. hielt die Eisenbahn Einzug. Den größten Zuzug von Menschen seit dem Mittelalter erlebte die Region durch Flüchtlinge und Vertriebene nach dem zweiten Weltkrieg. Der gegenwärtige allgemeine Bevölkerungsrückgang macht sich in der ländlichen Region durch die Abwanderung junger Menschen sehr stark bemerkbar.

fein verzierte Oberfläche einer Gürteldose aus der Bronzezeit

 

Themen der Siedlungsgeschichte der Region

Siedlungsgeschichte der Region an Havel und Elbe
Steinzeit 8000 bis 2000 v. Chr.
Bronzezeit 2000 bis 800 v. Chr.
Germanenzeit 600 v. Chr. bis 600
Slawenzeit 600 bis 1200
Ostexpansion 800 bis 1200
Kolonisation 1150 bis 1300
Mittelalterlicher Kirchenbau 1150 bis 1500
Ortsgründungen 1150 bis 1300
Wüstungen und Neusiedlung 1300 bis 1800
Verkehr und Bauboom



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